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20 December 2012

Die neue Weltordnung der Tiere: Wallace-Karte nach fast 150 Jahren aktualisiert...

18 December 2012

(Fleder)Mäuse als Krankheitsüberträger - Untersuchungen zu Vektoren in Hessens Wäldern...

03 December 2012

Rapid test to save lives of snakebite victims . New diagnostic test awarded 1st prize at the Göttingen Innovation Competition...

22 November 2012

Online-Portal zum Klimawissen wächst...

20 November 2012

Midges in a heat-based test of endurance – evolutionary history determines adaptability to high temperatures...

11 October 2012

„Feed the World 2050“ – Veranstaltung zum Welternährungstag 2012: Wie ernährt man neun Milliarden Menschen nachhaltig? Ernährungssicherung der Zukunft...

21 September 2012

Schutz für die Heimat der Drachenblutbäume: BiK-F, Senckenberg, GIZ und jemenitische Umweltagentur vereinbaren Zusammenarbeit im UNESCO-Weltnaturerbe Sokotra...

17 September 2012

Veranstaltungdreiklang: Vorträge und Diskussionen zur Nachhaltigkeit ...

14 September 2012

Teamwork in the tropics – pollinators and frugivores are less choosy at the equator...

04 September 2012

Pinguine in der Patsche: Neue Zahlen zu Pinguin-Rückgang auf sich erwärmender Antarktischer Halbinsel...

30 August 2012

Klimaentwicklung ist keine Einbahnstraße - Tiefsee-Bohrungen zeigen langfristige Entwicklung des CO2-Kreislaufs...

01 August 2012

Tropical climate in the Antarctic: Palm trees once thrived on today’s icy coasts 52 million years ago...

06 July 2012

Outstanding for the past 15 million years – the Swiss Alps have influenced Europe’s climate since the Miocene ...

05 July 2012

Pilze für die Zukunft: Neuer LOEWE-Schwerpunkt „Integrative Pilzforschung (IPF)“...

28 June 2012

Tree trumps grass to rule the savannas...

26 June 2012

Auf Mückenfang im Auftrag der Wissenschaft - Frankfurter Wissenschaftler unterstützen „Jugend forscht!“ Projekt in Bad Vilbel...

25 June 2012

Vortrag: Tropenkrankheiten – jetzt auch in Europa?...

11 June 2012

Vortrag im Senckenberg: Toxische Lebensretter - Einsatz von Tiergiften in der modernen Arzneiforschung ...

04 June 2012

Unscheinbar und doch gewaltig: Flechten, Algen und Moose sind Großspeicher für Stickstoff und Kohlendioxid...

31 May 2012

Biodiversität und Klima Forschungszentrum vereinbart Kooperation mit Nationalpark Kellerwald-Edersee...

25 May 2012

Allergie durch Klimawandel? - Vortrag aus der Reihe „Natur wirkt!?“...

14 May 2012

Vortrag: Gesundes Stadtgrün – wie Park und Co. unsere Lebensqualität steigern...

10 May 2012

Globaler Online-Atlas der Arten – Großprojekt „Map of Life“ geht an den Start...

07 May 2012

Der BIOTA West Atlas – 10 Jahre Biodiversitätsforschung in einem Buch ...

26 April 2012

Gefährliche Gäste – Parasiten: Vortrag aus der Reihe „Natur wirkt!?“...

24 April 2012

Ein genetischer Personalausweis für Pilze...

20 April 2012

Polar bears are evolutionarily older and genetically more distinct than previously known: ancestry traced back to 600,000 years ago...

17 April 2012

Evolution: Vangas beat Darwin’s finches in diversity ...

10 April 2012

Vortrag: Medizin am seidenen Faden – neue Anwendungsgebiete für Spinnen...

22 March 2012

Viren aus dem Regenwald - Vortrag aus der Reihe „Natur wirkt!?“...

12 March 2012

Neue Senckenberg-Vortragsreihe „Natur wirkt?!“...

29 February 2012

Standing still in running water - Lotic dragon- and damselfly species are less able to track climate change...

24 February 2012

Blick aufs große Ganze – Jahrestagung des Arbeitskreises Makroökologie der Gesellschaft für Ökologie ...

06 February 2012

Klimawandel: Warum aus Wissen so wenig Handeln wird – Podiumsdiskussion mit Harald Welzer und Hans-Werner Sinn...

24 January 2012

Where there’s a worm there’s a whale – First distribution model of marine parasites provides revealing insights...

23 January 2012

Rahmstorf kommt...

10 January 2012

Rettet uns Geo-Engineering vor dem Klimawandel? ...

05 January 2012

Inselhopping zahlt sich aus - Studie unterstreicht Bedeutung des Verbreitungsgebiets bei der Artbildung ...

Press Releases

(Fleder)Mäuse als Krankheitsüberträger - Untersuchungen zu Vektoren in Hessens Wäldern

Frankfurt, den 18.12.2012. Wissenschaftler der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und des Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F) untersuchen anhand von Mäusen und Fledermäusen die potentielle Ausbreitung von Infektionskrankheiten in Hessen. Besonders das Hantavirus ist in hessischen Wäldern auf dem Vormarsch.
 
Eine Hantavirus-Erkrankung beim Menschen beginnt mit schnell steigendem Fieber, Kopfweh und Schmerzen im Bereich des Rückens und Bauches. In Deutschland sind aus dem zurückliegenden Jahr über 2000 Infektionsfälle bekannt – Tendenz steigend.
 
Wissenschaftler der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und des Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F) untersuchen gemeinsam mit Forstämtern und dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) an 12 über Hessen verteilten Standorten Nagetiere daraufhin, ob diese als potentielle Überträger von Hantaviren auf den Menschen in Frage kommen.
 
„Besonders Rötelmäuse sind geeignete Vektoren, also Überträger für das Virus“, erklärt Prof. Dr. Sven Klimpel von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und BiK-F. „Die Mäuse selbst erkranken nicht, können aber Menschen beispielsweise durch einen Biss oder über Viren in ihrem Kot und Urin infizieren.“
 
Bisher gab es zum Thema Hantaviren in Nagetieren keine flächendeckenden Untersuchungen in Hessen, und die seit 2011 gesammelten Proben stellen allein schon vom Probenumfang eine einmalige Datenerhebung dar. In Deutschland sind bislang mindestens drei Nagetier-assoziierte Hantavirus-Arten nachgewiesen (Puumalavirus, Dobrava-Belgrad-Virus, Tulavirus). „In unseren Nagerproben aus Hessen konnten wir bisher in Feld- und Erdmäusen ausschließlich das Tulavirus nachweisen. Die Ergebnisse zeigen für dieses Virus sowohl eine weite geografische Verbreitung als auch ein für Hantaviren unerwartet breites Wirtsspektrum.“ so Klimpel. Aber auch diverse Parasiten konnten von den Wissenschaftlern identifiziert werden.
 
 „Wir haben beispielsweise erstmals eine etwa 6 Millimeter große Flohart bei den Mäusen in Hessen nachweisen können“, erzählt Projektmitarbeiter Raphael Frank. Dieser Riese unter den parasitären Insekten (der gewöhnliche Hundefloh ist gerade mal ein Drittel so groß) kann als potentieller Überträger von Vektor zu Vektor fungieren.
 
Und auch andere „Mäuse“ stehen im Fokus der Parasitologen. „Fledermäuse spielen eine wichtige Rolle in unseren Breiten, sind sie doch zum Beispiel bekannte Tollwut-Überträger“, erläutert Klimpel. Fledermäuse, die zu den ältesten Säugetierarten der Welt gehören, tragen aktiv zur Regulierung von Insektenbeständen bei. Sie zählen vor allem in Europa zu den bedrohten Tierarten. Doch Fledermäuse beherbergen häufig auch Paramyxoviren, zu denen auch die Erreger von Tollwut oder Mumps gehören.
 
Eine Überraschung haben die Untersuchungen an den fliegenden Säugetieren bereits ergeben: Die Wissenschaftler konnten an den hessischen Fledermäusen Unmengen von Bettwanzen nachweisen. Die vier bis sechs Millimeter großen blutsaugenden Insekten sind als Mitbringsel aus tropischen Regionen bekannt und gelten als äußerst lästige Begleiter, da sie nur schwer wieder loszuwerden sind.
 
„Untersuchungen haben außerdem ergeben, dass Bettwanzen zahlreiche Erreger von Krankheiten wie Q-Fieber, Hepatitis B und Hepatitis C beherbergen können“, erklärt Klimpel. Eine Übertragung von der Bettwanze auf den Menschen ist jedoch noch nicht belegt und soll nun in Zusammenarbeit mit Kollegen des Bernhard-Nocht-Institutes für Tropenmedizin in Hamburg (BNI) geprüft werden.
 
„Fest steht, dass Globalisierung und anthropogener Klimawandel sich auf die Verbreitung invasiver Arten und die Vektorendichte auswirkt. Als Konsequenz wird in den nächsten Dekaden die Verbreitung der durch Vektoren übertragenen Infektionskrankheiten stark zunehmen“, resümiert Klimpel.
 
Kontakt
Prof. Dr. Sven Klimpel
Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) und Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel.: 069 7542 1895
sven.klimpel@senckenberg.de
 
Judith Jördens
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1434
judith.joerdens@senckenberg.de
 
Die Pressemitteilung und Bildmaterial finden Sie auch unter www.senckenberg.de/presse
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