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19 Dezember 2011

Was lebt auf dem Grund der Nordsee – erste flächendeckende Modellergebnisse vorgestellt...

13 Dezember 2011

Neue Schneckenart vor Südenglands Küste entdeckt...

05 Dezember 2011

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02 Dezember 2011

Zwei gegen einen Aufsteiger ...

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24 November 2011

Kleiner Wald ganz groß: Auch Regenwaldinseln erfüllen ihre ökologischen Funktionen...

14 November 2011

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31 Oktober 2011

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27 Oktober 2011

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25 Oktober 2011

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11 Oktober 2011

Warum geschieht so wenig, obwohl die Zeit davonläuft?...

05 September 2011

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22 August 2011

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21 Juli 2011

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08 Juni 2011

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06 Juni 2011

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23 Mai 2011

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20 Mai 2011

Alles im Fluss? Neuartige Lebensgemeinschaften in unseren Auenlandschaften – Herausforderungen und Chancen...

16 Mai 2011

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09 Mai 2011

Bis zum letzten Tropfen: Warum und wo das Süßwasser knapp wird...

21 April 2011

Damit auch morgen noch genug Wasser für alle da ist: Vernetztes Wassermanagement im 21. Jahrhundert...

20 April 2011

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15 April 2011

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08 April 2011

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25 März 2011

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11 März 2011

Von Parasiten und Toxinen: todbringendes Lebenselixier Süßwasser...

28 Februar 2011

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17 Februar 2011

Neues gemeinsames Großprojekt: Die deutsche Mückenlandschaft - Forschung am blutsaugenden Insekt...

14 Februar 2011

Start der neuen Senckenberg-Vortragsreihe „Wasser! – Lebenselixier, Lebensraum, Lebensgefahr“ ...

08 Februar 2011

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02 Februar 2011

„Sieben Richtige“ für den BioCampus - Antrittsvorlesung der BiK-F-Professuren an der Goethe-Universität...

28 Januar 2011

Frankfurter Biodiversitätsforscherin in Nationales Komitee für Global Change Forschung berufen...

11 Januar 2011

Himmlische Botschaft: Urzeit-Regentropfen enthüllen wie nordamerikanische Gebirge in den Himmel wuchsen...

Pressemitteilungen

Zwei gegen einen Aufsteiger

Biodiversität und Klima Forschungszentrum kooperiert mit nepalesischer Gesundheitsbehörde

Frankfurt am Main/Kathmandu, den 2. Dezember 2011. Das Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) und der Nepal Health Research Council (NHRC) haben ein Rahmenabkommen zur  Zusammenarbeit im Bereich Klimawandel und Gesundheit geschlossen. Wissenschaftler beider Institutionen erforschen seit kurzem tropische Stechmücken, die das Dengue-Fieber übertragen und sich im Zuge der Klimaerwärmung nun auch im Hochtal von Nepals Hauptstadt Kathmandu wohl fühlen. Die Ergebnisse sind auch für Europa relevant, da es eine der Stechmückenarten geschafft hat, weite Teile des Mittelmeerraumes zu erobern. In Zukunft soll die Kooperation ausgedehnt werden, um den Einfluss von Klima und anderen Umweltveränderungen auf weitere Gesundheitsrisiken zu untersuchen.

Der Name „Nepal“ weckt vor allem Assoziationen an die majestätische Berglandschaft des Himalaya. Doch während Bergsteiger und Wanderer aus aller Welt willkommen sind, möchte man einen anderen ‚Aufsteiger‘ möglichst fernhalten – das Dengue-Fieber, eine Viruserkrankung, die zu schweren grippeähnlichen Symptomen und Blutungen führen kann. Übertragen werden Dengue-Viren durch tagaktive Stechmücken – die Asiatische Tigermücke Aedes albopictus und den Gelbfieber-Moskito Aedes aegypti. Die letztgenannte, weltweit der gefürchtetste Dengue-Überträger, ist neu in Nepal: „Gelbfieber-Moskitos wurden in Nepal erstmals 2006 in einigen Städten entlang der südlichen Grenze zu Indien gefunden, 2009 dann auch in der Hauptstadt Kathmandu“, so Dr. Ulrich Kuch, der im Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) die Erforschung von Klima- und Biodiversitäts-Einflüssen auf neue und vernachlässigte Tropenkrankheiten leitet. „Unsere Untersuchungen zeigen, dass beide Dengue-Überträger mit den heutigen klimatischen Bedingungen in Kathmandu, also auf rund 1.300 Metern Höhe, gut zurechtkommen; in einigen ländlichen Gegenden konnten wir sie schon auf 1.600 Metern nachweisen.“

Mückenfang im Himalaya
Um abzuschätzen, welche Gefahr die Mücken bergen, untersuchen die Wissenschaftler des BiK-F und des Nepal Health Research Council (NHRC), wie sich diese vom Tiefland in die Berge ausbreiten. In dem kleinen Land mit enormen Höhenunterschieden, das im Süden kaum 100 m über dem Meeresspiegel liegt, während im Nordosten die Berge knapp 9.000 m (Mount Everest) aufragen, lassen sich die Auswirkungen der schnellen Erwärmung besonders gut erfassen. Dabei geht es nicht allein ums Mückenzählen und den Virus-Nachweis, sondern auch um das Wetter zur Zeit des Vorkommens, die Konkurrenz der beiden Mücken-Arten untereinander und ihre Fähigkeit, das Dengue-Virus unter verschiedenen Umweltbedingungen zu übertragen.

Gletscher schmelzen, Dengue-Moskitos kommen
Eine entscheidende Rolle beim ‚Aufstieg‘ des Virus und seiner Überträger spielt der globale Temperaturanstieg. In Nepal hat sich die Jahresmitteltemperatur besonders schnell erhöht: in den letzten 32 Jahren um 1,8 Grad Celsius – ein Faktor, welcher der Asiatischen Tigermücke und dem besonders wärmeliebenden Gelbfieber-Moskito in die Hände spielt. Die zunehmende Verstädterung, Handel und Migration der Bevölkerung beschleunigen die Verbreitung zusätzlich. Entsprechend zügig  hat das Dengue-Fieber in Nepal ‚Karriere‘ gemacht. 2004 wurde die Krankheit erstmals diagnostiziert, 2006 gab es bereits den ersten größeren Ausbruch und schon 2010 grassierte das Fieber als Epidemie im Tiefland. „Viele Fälle werden aber gar nicht erkannt, weil es an diagnostischen Möglichkeiten mangelt oder die Infektion einen milden Verlauf nimmt“, sagt Kuch. Das geographische Vorkommen des Virus und seiner Varianten in Nepal zu kartieren und im Kontext von Klimawandel und menschlicher Mobilität zu analysieren, ist daher eine weitere wichtige Aufgabe für die Kooperationspartner.  

Labortests für Bekämpfungsstrategien
„Weil es bisher keine spezifische Behandlung gegen das Dengue-Virus gibt, brauchen wir in Nepal wirksame, kosteneffiziente und umweltverträgliche Überwachungs- und Bekämpfungsstrategien gegen die Überträger.“ so Meghnath Dhimal, Chief Research Officer beim NHRC, der im Rahmen seiner Doktorarbeit für einen Forschungsaufenthalt zu BiK-F nach Deutschland gekommen ist. Das ist jetzt auch in Europa ein aktuelles Thema, denn eine der Arten, die Asiatische Tigermücke, hat es im Zuge von Globalisierung und Klimaerwärmung mittlerweile geschafft, weite Teile des Mittelmeerraumes zu erobern. In den Klimalabors des BiK-F wird getestet, wie widerstandsfähig die tropischen Stechmücken je nach Umgebungstemperatur gegen Insektizide sind und wie gut sie sich an Kälte anpassen können. 

Kooperation mit führender nepalesischer Gesundheitsorganisation
Der BiK-F-Kooperationspartner, der Nepal Health Research Council (NHRC), ist die autonome Spitzenorganisation für Gesundheitsforschung von Nepal. Er berät die Regierung in Gesundheitsfragen und ist als Nationale Ethikkommission für die Koordinierung der gesundheitsrelevanten Forschung im Land verantwortlich. Außerdem betreibt der NHRC Ressortforschung für das Gesundheitsministerium sowie unabhängige Forschung. Im Rahmen des  Besuchs einer hochrangigen Delegation des NHRC in Frankfurt am Main und eines anschließenden Gegenbesuchs von BiK-F-Wissenschaftlern in Nepal wurde beschlossen, die Zusammenarbeit auszuweiten. So soll in Zukunft auch der Einfluss von Klima- und anderen Umweltveränderungen auf die in Nepal besonders häufigen Schlangenbiss-Vergiftungen und auf Erkrankungen untersucht werden, die von Fledermäusen und Nagetieren übertragen werden. Durch die Kooperation mit dem NHRC baut das Biodiversität und Klima Forschungszentrum seine Zusammenarbeit mit Gesundheitsbehörden in Asien aus; ähnliche Beziehungen bestehen bereits zu Gesundheitsministerien und Ressort-Forschungseinrichtungen in Bangladesch und Myanmar.

Kooperation Nepal

Prof. Dr. Volker Mosbrugger, Wissenschaftlicher Koordinator des Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F) und Prof. Dr. Chop Lal Bhusal, Vorsitzender des Direktoriums (Executive Chairman) des Nepal Health Research Council (NHRC). Copyirht: BiK-F
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Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Dr. Ulrich Kuch
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F)
Tel.: 069 7542 1818
E-Mail: ulrich.kuch@senckenberg.de

oder

Sabine Wendler
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F), Pressereferentin
Tel.: 069 7542 1838
E-Mail: sabine.wendler@senckenberg.de

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