2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009

20 Dezember 2012

Die neue Weltordnung der Tiere: Wallace-Karte nach fast 150 Jahren aktualisiert...

18 Dezember 2012

(Fleder)Mäuse als Krankheitsüberträger - Untersuchungen zu Vektoren in Hessens Wäldern...

03 Dezember 2012

Schlangengift erkannt, Gefahr gebannt. Schlangenbiss-Schnelltest gewinnt 1. Preis bei Innovationswettbewerb...

22 November 2012

Online-Portal zum Klimawissen wächst...

20 November 2012

Mücken im Hitze-Härtetest – Evolutionsgeschichte bestimmt Anpassungsfähigkeit an hohe Temperaturen...

11 Oktober 2012

„Feed the World 2050“ – Veranstaltung zum Welternährungstag 2012: Wie ernährt man neun Milliarden Menschen nachhaltig? Ernährungssicherung der Zukunft...

21 September 2012

Schutz für die Heimat der Drachenblutbäume: BiK-F, Senckenberg, GIZ und jemenitische Umweltagentur vereinbaren Zusammenarbeit im UNESCO-Weltnaturerbe Sokotra...

17 September 2012

Veranstaltungdreiklang: Vorträge und Diskussionen zur Nachhaltigkeit ...

14 September 2012

Teamwork in den Tropen – Bestäuber und Fruchtfresser sind am Äquator wenig wählerisch...

04 September 2012

Pinguine in der Patsche: Neue Zahlen zu Pinguin-Rückgang auf sich erwärmender Antarktischer Halbinsel...

30 August 2012

Klimaentwicklung ist keine Einbahnstraße - Tiefsee-Bohrungen zeigen langfristige Entwicklung des CO2-Kreislaufs...

01 August 2012

Tropische Verhältnisse in der Antarktis: Vor 52 Millionen Jahren wuchsen Palmen an den heutigen Eisküsten...

06 Juli 2012

Seit 15 Millionen Jahren herausragend – Schweizer Alpen beeinflussen Europas Klima seit dem Miozän...

05 Juli 2012

Pilze für die Zukunft: Neuer LOEWE-Schwerpunkt „Integrative Pilzforschung (IPF)“...

28 Juni 2012

Machtwechsel in der Savanne – Bäume gewinnen die Oberhand über Gräser...

26 Juni 2012

Auf Mückenfang im Auftrag der Wissenschaft - Frankfurter Wissenschaftler unterstützen „Jugend forscht!“ Projekt in Bad Vilbel...

25 Juni 2012

Vortrag: Tropenkrankheiten – jetzt auch in Europa?...

11 Juni 2012

Vortrag im Senckenberg: Toxische Lebensretter - Einsatz von Tiergiften in der modernen Arzneiforschung ...

04 Juni 2012

Unscheinbar und doch gewaltig: Flechten, Algen und Moose sind Großspeicher für Stickstoff und Kohlendioxid...

31 Mai 2012

Biodiversität und Klima Forschungszentrum vereinbart Kooperation mit Nationalpark Kellerwald-Edersee...

25 Mai 2012

Allergie durch Klimawandel? - Vortrag aus der Reihe „Natur wirkt!?“...

14 Mai 2012

Vortrag: Gesundes Stadtgrün – wie Park und Co. unsere Lebensqualität steigern...

10 Mai 2012

Globaler Online-Atlas der Arten – Großprojekt „Map of Life“ geht an den Start...

07 Mai 2012

Der BIOTA West-Atlas – 10 Jahre Biodiversitätsforschung in einem Buch ...

26 April 2012

Gefährliche Gäste – Parasiten: Vortrag aus der Reihe „Natur wirkt!?“...

24 April 2012

Ein genetischer Personalausweis für Pilze...

20 April 2012

Erbgut-Analyse zeigt Eisbären sind älter als gedacht: Urahn lebte bereits vor 600.000 Jahren ...

17 April 2012

Evolution: Vangawürger sind Darwin-Finken auf Speed...

10 April 2012

Vortrag: Medizin am seidenen Faden – neue Anwendungsgebiete für Spinnen...

22 März 2012

Viren aus dem Regenwald - Vortrag aus der Reihe „Natur wirkt!?“...

12 März 2012

Neue Senckenberg-Vortragsreihe „Natur wirkt?!“...

29 Februar 2012

Stillstand am Fluss? Fließgewässer-Libellen reagieren langsamer auf den Klimawandel ...

24 Februar 2012

Blick aufs große Ganze – Jahrestagung des Arbeitskreises Makroökologie der Gesellschaft für Ökologie ...

06 Februar 2012

Klimawandel: Warum aus Wissen so wenig Handeln wird – Podiumsdiskussion mit Harald Welzer und Hans-Werner Sinn...

24 Januar 2012

Wo ein Wurm ist, ist auch ein Wal – Erstes Verbreitungsmodell von Meeresparasiten liefert aufschlussreiche Einblicke...

23 Januar 2012

Rahmstorf kommt...

10 Januar 2012

Rettet uns Geo-Engineering vor dem Klimawandel? ...

05 Januar 2012

Inselhopping zahlt sich aus - Studie unterstreicht Bedeutung des Verbreitungsgebiets bei der Artbildung ...

Pressemitteilungen

Inselhopping zahlt sich aus - Studie unterstreicht Bedeutung des Verbreitungsgebiets bei der Artbildung

Frankfurt am Main, 5. Januar 2012. Paradiesvögel, Stachelbürzler, Dickkopfschnäpper und Pirole –exotische Vögel sind nicht nur hübsch anzuschauen, sondern auch von wissenschaftlichem Wert, um die Mechanismen der Evolution zu verstehen. Biologen des Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F) und der Universität Kopenhagen haben die Stammbäume dieser Vogelfamilien untersucht, die bis zu 25 Millionen Jahre zurückreichen. Wie das Fachmagazin „Evolution“ in der aktuellen Titelgeschichte berichtet, nimmt die Rate, mit der innerhalb von Familien neue Arten entstehen, nicht zwangsläufig ab, sondern kann konstant bleiben – vorausgesetzt, die Vögel leben in  Inselreichen in tektonisch aktiven Zonen.

Größe des Verbreitungsgebiets schlägt sich in Artbildungsrate nieder
Die Forscher rekonstruierten, dass die Rate, mit der neue Paradiesvogelarten entstehen, in den letzten Jahrmillionen abgenommen hat. Bei den anderen drei Vogelfamilien – Stachelbürzlern, Dickkopfschnäppern und Pirolen –  ist die Rate der Artbildung aber seit deren Entstehung konstant geblieben. So unterschiedlich die Artbildungsrate ist, so unterschiedlich sind auch die Verbreitungsgebiete der Vogelfamilien. Während Stachelbürzler und Co. auch andere Inseln und Kontinente besiedelt haben, sind Paradiesvögel „Stubenhocker“ und auch heute fast nur auf ihrer Ursprungsinsel Neu-Guinea zu finden. Die Forscher leiten aus diesem Befund einen Zusammenhang zwischen der Artbildungsrate und der Zunahme des Verbreitungsgebiets ab. Je mehr neue Verbreitungsgebiete Vögel erschließen können, desto mehr neue Arten können sich bilden.

Keine Grenzen der Artbildung in tektonisch aktiven Archipelen
Das ist insofern neu, als die bisherige Forschung darauf schließen ließ, dass fast alle Vogelfamilien kontinentale Gruppen bilden, in denen sich ab einer bestimmten Artenanzahl die Entstehung neuer Arten verlangsamt. Die Forscher sehen daher in ihren Ergebnissen den Beweis, dass es anders als auf Kontinenten auf Archipelen keine Grenzen der Artbildung gibt. Dr. Susanne Fritz, Biodiversität und Klima Forschungszentrum, die Leitautorin der Studie, dazu: „Bisher haben Evolutionsforscher Inseln oft als „Sackgassen der Evolution“ angesehen, wo Artenreichtum durch Ressourcen begrenzt ist und nur durch Kolonialisierung von Kontinenten her erhalten wird. Nach unseren Ergebnissen denken wir jetzt, dass Gruppen, die in Archipelen in tektonisch aktiven Zonen entstehen,  diese Regeln der Evolution durchbrechen können. Für solche Gruppen erscheint Artenreichtum nicht durch Ressourcen begrenzt – vorausgesetzt, sie sind keine „Stubenhocker“, sondern erfolgreiche „Insel-Hüpfer“.

Umweltfaktoren nehmen Einfluss auf Entstehung neuer Arten
Das Entstehen neuer Arten ist ein zentraler Prozess der Evolution. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass dieser Prozess bei Tieren ein spezifisches zeitliches Muster aufweist. Demnach nimmt die Diversifikationsrate, d.h. die Rate der Artbildung, innerhalb einer Familie nach einem explosionsartigen Anstieg zu Beginn der Entstehung im Verlauf der Zeit immer mehr ab. Bildlich gesehen gleicht der Prozess einer Kurve, die zunächst steil nach oben geht und im Laufe der Zeit immer mehr abflacht. Biologen sehen dieses Muster als Ausdruck einer Obergrenze für den Artenreichtum, die durch Umweltfaktoren oder Ressourcen vorgegeben ist. Diese Hypothese wurde bisher vor allem kleinräumig und auf einzelnen Kontinenten getestet.

Studie zur Evolution von Vögeln aus Inselreichen
Um die nun vorliegenden neuen Einblicke in die Prozesse der Artbildung zu erhalten, untersuchten deutsche und dänische Wissenschaftler die Stammbäume von vier Vogelfamilien, die ihren Ursprung in Neu-Guinea haben und mit jeweils 41 (Paradiesvögel),  93 (Stachelbürzler), 53 (Dickkopfschnäpper) und 35 (Pirole) Arten als artenreich gelten. Anhand der genetisch rekonstruierten und datierten Stammbäume wurde nachvollzogen, wann sich die einzelnen Arten innerhalb der vier Familien herausgebildet haben. Der Zeitraum ist unterschiedlich lang: die ersten Paradiesvögel gab es bereits vor 25 Millionen Jahren, die Dickkopfschnäpper sind mit  fünf Millionen Jahren noch relativ jung.

Publikation:
Fritz, Susanne A, Jønson, Knud A., Fjeldså, Jon, Rahbek, Carsten. Diversification and biogeographic patterns in four island radiations of passerine birds. - Evolution (2011), vol. 66, p. 179-190.  doi:10.1111/ j.1558-5646.2011.01430.x

Online verfügbar unter: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1558-5646.2011.01430.x/pdf

Pressebilder 

King of Saxony Paradiesvogel 

Albert Paradiesvogel (Pteridophora alberti) 
Copyright: Nick Athanas

Hinweis zu den Nutzungsbedingungen: Die Pressebilder können kostenfrei für redaktionelle Zwecke verwendet werden unter der Voraussetzung, dass die genannte Copyrightinformation  mitveröffentlicht wird. Eine kommerzielle Nutzung der Bilder ist nicht gestattet. 

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Dr. Susanne A. Fritz
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F)
Tel.: 069 7542 1803
E-Mail: sfritz@senckenberg.de

oder

Sabine Wendler
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F), Pressereferentin
Tel.: 069 7542 1838
E-Mail: sabine.wendler@senckenberg.de 


PDF downloaden, 118 KB