2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009

16 Dezember 2013

Auf der Spur der mongolischen Gazellen – Thomas Müller neuer Robert Bosch Juniorprofessor in Frankfurt...

30 Oktober 2013

Batmans gefährliche Seite: Welche Krankheitserreger stecken in Fledermäusen?...

22 Oktober 2013

Planet der Pilze – neue Erkenntnisse über eine bislang unterschätzte Vielfalt ...

12 Oktober 2013

Wie sicher ist die Kohlendioxid-Speicherung im Meeresboden?...

04 Oktober 2013

Bevölkerungsrückgang - eine Chance für die Umwelt? Vortrag aus der Veranstaltungsreihe zur Sonderausstellung „PLANET 3.0 – Klima.Leben.Zukunft“...

30 September 2013

Artenreichtum ist relativ – neues Konzept zum Verständnis von biologischer Vielfalt ...

13 September 2013

Themenabend: „Fracking – Energiegewinnung mit Zukunft? Nutzen und Risiken unkonventioneller Erdgasförderung "...

30 August 2013

Gelernt statt nur ererbt: Schreikraniche lernen optimale Zugrouten von erfahrenen Altvögeln...

24 Juli 2013

Pflanzen auf Wanderschaft: Nur wenige können dem Klimawandel ausweichen....

04 Juli 2013

Supermarkt Savanne durch Klima- und Landnutzungswandel bedroht...

02 Juli 2013

Mount Everest-Region lag bereits vor 17 Millionen Jahren so hoch wie heute - Frankfurter Geowissenschaftler erforschen Auswirkungen auf Klimamodelle und Evolutionsgeschichte ...

28 Juni 2013

Flexible Partnerschaft erlaubt Flechten, verschiedene Habitate zu besiedeln - Bei der Alge-Pilz-Partnerschaft ist das „wer mit wem?“ für die Lebensraumansprüche entscheidend...

27 Juni 2013

Globaler Kälteeinbruch in der Kreidezeit – mussten Dinosaurier frieren?...

25 Juni 2013

Was Zecken in sich verstecken: Studie zeigt Verbreitung infizierter Zecken im Rhein-Main-Gebiet...

19 Juni 2013

Herausragende Forschung an einem besonderen Ort: Das LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) bezieht saniertes Gebäude des Architekten Ferdinand Kramer ...

14 Juni 2013

Erbgut im Gefrierschrank - DNA-Bank von Senckenberg und BiK-F in DNA-Bank-Netzwerk aufgenommen...

21 Mai 2013

Nach 160 Jahren überführt – Herbarien geben Genom des Verursachers der Irischen Hungersnot preis...

17 Mai 2013

„Klima und Mensch. Die Sicht der Geowissenschaften“ - Vortrag aus der Veranstaltungsreihe zur Sonderausstellung Planet 3.0...

06 Mai 2013

Im Archiv der Wasserflöhe: Dauerstadien erlauben Blick auf Evolutionsprozesse im Klimawandel...

02 Mai 2013

Dem Bären gefahrlos unter den Pelz geschaut: Geschlechtsbestimmung mit Molekularbiologie...

18 April 2013

Tief gebohrt: Fossilien erlauben Einblick in die Entstehung einzigartiger antarktischer Ökosysteme...

12 April 2013

Die Polargebiete im Wandel: Einsichten mit neuen Satellitenmessverfahren...

04 April 2013

Vortrag: Klimawandel – Was kommt auf uns zu?...

28 März 2013

Achtung – Allergie! Modelle zeigen klimawandelbedingte Ausbreitung der Beifußambrosie in Europa auf...

18 März 2013

Neue Senckenberg-Veranstaltungsreihe „Planet 3.0“...

27 Februar 2013

Leben in der geologischen Knautschzone: Gebirge fördern die biologische Vielfalt...

26 Februar 2013

Nepals Giftschlangen: Wissenschaftler aus Deutschland, Nepal und der Schweiz veröffentlichen Handbuch...

05 Februar 2013

Trojanischer Flohkrebs: Wenn eingeschleppte Arten Parasiten in sich tragen...

29 Januar 2013

Sonderausgabe Journal of Biogeography: Einbeziehung biologischer Prozesse in die Nischenmodellierung...

28 Januar 2013

Klimawandel und Biodiversität: Folgen für Deutschland – Statusbericht ist Umweltbuch des Monats...

17 Januar 2013

Neue Übersichtstudie: Klimawandel verringert genetische Vielfalt...

03 Januar 2013

Zeitreise ins Jahr 2080 – Gewinner und Verlierer des Klimawandels in Europas Bächen und Flüssen...

Pressemitteilungen

Leben in der geologischen Knautschzone: Gebirge fördern die biologische Vielfalt

Frankfurt, 27. Februar 2013. Lange wurde angenommen, dass stabile Umweltbedingungen die Biodiversität begünstigen, da sie der Artbildung Zeit lassen. Neue Forschungsergebnisse legen aber nahe, dass sich in geologisch dynamischen Regionen deutlich mehr Arten bilden. Junge Gebirge bieten neue Lebensbedingungen und noch unbesetzte Nischen, in denen wiederum neue Arten entstehen. Wissenschaftler der Universitäten Amsterdam und Frankfurt, der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) und des Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F) plädieren in der März-Ausgabe der Zeitschrift Nature Geoscience für eine engere Kooperation zwischen Bio- und Geowissenschaften, um diese Prozesse besser zu verstehen.

Die lange geltende Annahme, dass langfristig stabile Lebensbedingungen mit einer großen Artenvielfalt einhergehen, trifft nicht überall zu. Vielmehr deuten neue Studien darauf hin, dass es gerade instabile, sich wandelnde Lebensräume sind, die der biologischen Vielfalt stets neuen Raum zur weiteren Entfaltung bieten. Die Entstehung von Bergketten und Gebirgen spielt hier eine große Rolle: Hier bilden sich unbesetzte Lebensräume mit neuen klimatischen und landschaftlichen Bedingungen und ganz speziellen ökologischen Gegebenheiten, die gerade dazu einladen, von neu entstehenden Arten besiedelt zu werden.

Barriere und Brücke zugleich
Bergketten und Gebirge haben vielfältige Auswirkungen auf die biologische Vielfalt: Während sie die Verbreitung mancher Organismen unterbinden, stellen sie für andere Arten Brücken zwischen Lebensräumen dar. Neu entstehende Gebirge zerschneiden vorher homogene Lebensräume, oder aber verbinden Landmassen und schaffen so neue Wege für sich ausbreitende Arten. Gebirgsregionen beherbergen außerdem eine Vielzahl sehr speziell angepasster Arten in räumlich kleinen Nischen – und erstaunlicherweise sind diese Arten von sich ändernden Klimabedingungen oft geringer betroffen als Flachlandarten: Sie müssen nicht weit wandern, um wieder optimale Temperaturen vorzufinden. Ihr großer Artenreichtum lässt Bergregionen auch zur „Biodiversitätspumpe“ für die angrenzenden Flachlandregionen werden, in die laufend Arten aus den Gebirgen zuwandern und bei der notwendigen Anpassung zu neuen Spezies werden.

Im Fluss: Entstehung von Lebensräumen
Aber nicht nur das unmittelbare Umfeld wird durch die Arten aus den Gebirgen bereichert, die majestätischen Dächer der Welt prägen vielmehr ganze Kontinente: Das an biologischer Vielfalt unermesslich reiche Amazonasbecken in Südamerika beispielsweise wäre ohne die Anden nicht denkbar. Die aus der Verwitterung der andinen Gesteine stammenden nährstoffreichen Sedimente bilden die Grundlage für den einzigarten Artenreichtum der Amazonasregion. Und der Einfluss des Gebirges reicht sogar bis in den Atlantischen Ozean: Durch den Amazonas weit ins Meer hinaus transportierte Sedimente schaffen hier völlig andere geochemische Bedingungen als in den angrenzenden Gewässern. Und dies nicht nur in Südamerika: Prof. Dr. Andreas Mulch (BiK-F, SGN und Goethe-Universität), einer der Frankfurter Autoren, betont: „Die Rolle von Gebirgsregionen als einer der Motoren der Evolution ist keine Besonderheit der Anden. Sie gilt ebenso für die Himalayaregion oder auch die Alpen.“

Pionier Alfred Wegener: Forderung nach Kooperation zwischen Geo- und Biowissenschaften
„Schon Alfred Wegener forderte bei der Vorstellung seiner damals noch umstrittenen Theorie der Kontinentaldrift im Senckenbergmuseum eine Annäherung zwischen den Wissenschaftsdisziplinen“, so Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und Mitautor des Beitrags. „Aber erst heute, hundert Jahre später, findet diese langsam statt.“ Zum Verständnis des Werdens und Vergehens der globalen Biodiversität müssen Geo- und Biowissenschaften aber intensiv zusammenarbeiten, um die auf ganz unterschiedlichen räumlichen, zeitlichen und taxonomischen Skalen ablaufenden Evolutionsprozesse zu erfassen. Neue molekularbiologische Methoden und moderne geochemische Ansätze zur Rekonstruktion von Erdoberflächenprozessen ermöglichen es, immer umfassender zu erklären, wie Geologie und Klima interagieren und gemeinsam Evolution beeinflussen. Außerdem begünstigt ein wachsendes wissenschaftliches Interesse an interdisziplinären Projekten die Zusammenarbeit. In ihrer Stellungnahme an die Zeitschrift Nature Geoscience plädieren die Wissenschaftler dafür, diese neuen gemeinsamen Forschungswege zu beschreiten, da ein umfassendes Verständnis der globalen Biodiversität nur erreicht werden kann, wenn fächerübergreifende Forschung sich der Interaktion Geosphäre und Biosphäre widmet.

Veröffentlichung:
Carina Hoorn, Volker Mosbrugger, Andreas Mulch & Alexandre Antonelli (2013): Biodiversity from mountain building. – Nature Geoscience. doi:10.1038/ngeo1742

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:
Prof. Dr. Andreas Mulch
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F)
Tel. +49 (0)69 7542 1881
andreas.mulch@senckenberg.de

oder

Dr. Julia Krohmer
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F),
Transferstelle
Tel. +49 (0)69 7542 1837
julia.krohmer@senckenberg.de


Pressebilder:
 Anden
Gebirgslandschaft in den Peruanischen Anden.
© Bas Wallet
Download in 300 dpi
 
Meeting
Encontro das Aguas: Zusammenfluss des Amazonas mit dem Rio Negro bei Manaus
© Wikimedia Commons
Download in 300 dpi

Kochscher Enzian 
Der Kochsche Enzian (Gentiana acaulis), eine typische Hochgebirgsart.
© BiK-F
Download in 300 dpi

-----------------
Hinweis zu den Nutzungsbedingungen:
Die Pressebilder können kostenfrei für redaktionelle Zwecke verwendet werden unter der Voraussetzung, dass das genannte Copyright  mitveröffentlicht wird.
Eine kommerzielle Nutzung der Bilder ist nicht gestattet.

 

PDF downloaden, 156 KB