B4: MEDIZINISCHE BIODIVERSITÄT UND PARASITOLOGIE

Projektgruppenleiter:
Prof. Dr. Sven Klimpel
Dr. Ulrich Kuch

Prof. Dr. Dietrich Mebs
Dr. Jens Amendt
Dr. Richard Zehner
Dr. Christian Melaun
Julia Betz, Dipl.-Biol.
Laura Bruhse
Markus Busch, Dipl.-Biol.
Meghnath Dhimal, M.Sc.
Sebastian Emde, Dipl.-Biol.
Raphael Frank, Dipl.-Biol.
Theresa Friedrich
Ahmad Ghiffari, M.D.
Marianne Koch, Dipl.-Biol.
Aljoscha Kreß, Dipl.-Biol.
Thomas Kuhn, Dipl.-Biol.
Deb Pandey, M.Sc.
Arne Schulze, Dipl.-Biol.
Robert Berger
Patrick Höde
Julian Münster
Antje Werblow

Der Einfluss des Klimawandels auf die Vielfalt, Verbreitung und Häufigkeit von Organismen, die Krankheiten verursachen, übertragen oder Krankheitserreger beherbergen, hat direkte und indirekte Auswirkungen für die Gesundheit von Menschen, Nutz- und Wildtieren sowie Pflanzen. Diese können dramatische humanitäre, ökologische und wirtschaftliche Folgen haben.
Forscher des BiK-F widmen sich diesen Problemen, indem sie die Artenvielfalt und die genetische Vielfalt medizinisch relevanter Tiere und Pflanzen sowie deren Arealdynamik, Populationsdynamik, Ökologie, Lebenszyklen und Übertragungsmechanismen untersuchen. Hierzu verbinden sie ein breites Spektrum an Disziplinen und Methoden von morphologisch und molekulargenetisch basierter Taxonomie über Proteom-, Transkriptom- und Genomanalysen bis hin zu komplexen phylogeographischen Analysen und Nischenmodellierungen.
Je nach Tier- und Pflanzengruppe sowie geographischer Region ist der gegenwärtige Stand der Kenntnis über die globale Diversität medizinisch wichtiger Organismen sehr unterschiedlich. Die Kernthemen, denen die BiK-F-Wissenschaftler in dieser Projektgruppe nachgehen, sind dementsprechend breit gefächert: Sie reichen von der Identifizierung und Beschreibung neuer und neu an Bedeutung gewinnender Pathogene, Vektoren und Reservoirwirte über die Bestimmung ihrer heutigen Verbreitung bis hin zur Erforschung der phänotypischen und genetischen Evolution ihrer Ausbreitungsfähigkeit und Klimatoleranz sowie der experimentellen und freilandbasierten Aufklärung von Pathogenitätsfaktoren und Überträgerfähigkeiten.
Die daraus resultierenden Ergebnisse werden im Anschluss zur vorhersagenden Modellierung zukünftiger Verbreitungsgebiete und Risiken unter globalen und regionalen Klimamodellen eingesetzt. Die angewandte und Grundlagenforschung dieser Projektgruppe stellt dadurch gesundheitspolitisch relevante Informationen über Aspekte der Prävention, Kontrolle, Diagnose und Therapie von Erkrankungen, Parasiten und anderen Pathogenen bereit, die durch Tiere und Pflanzen verursacht oder übertragen werden, und leistet Beiträge zur Anpassung der Gesundheitsvorsorge an den Klimawandel.

Nachwuchsgruppe „Aufkommende und vernachlässigte Tropenkrankheiten“
Innerhalb der Projektgruppe Medizinische Biodiversitätsforschung und Parasitologie widmet sich die von Dr. Ulrich Kuch geleitete Nachwuchsgruppe der Frage, wie Biodiversität und Klimawandel sich auf sogenannte aufkommende Krankheiten und vernachlässigte Tropenkrankheiten auswirken. Im Vordergrund steht hierbei die problemgetriebene Forschung in Kooperation mit akademischen und staatlichen Partnern in Entwicklungsländern. In enger Zusammenarbeit mit Projektbereich F dient die Arbeitsgruppe dabei auch als Schnittstelle zwischen organismischer Klimafolgenforschung, Medizin und Behörden vor allem in den Endemie-Gebieten.

Die Nachwuchsgruppe „Aufkommende und vernachlässigte Tropenkrankheiten“ ist ein Partner von AFRIVEC (African Venom and Envenoming Collaboration).

Projekte