8-4: REAKTION VON WALDÖKOSYSTEMEN AUF KLIMAWANDEL

Schirmherrschaft: Lucia Puttrich, Ministerin für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucheschutz des Landes Hessen

Aktuellen Klimaszenarien zufolge werden sich in Mitteleuropa in den kommenden 50-100 Jahren in zunehmendem Maße besonders heiße und trockene mit kühlen und feuchten Sommern abwechseln. Lebensgemeinschaften und einzelne Organismen, insbesondere die langlebigen Bäume, müssen sich diesen prognostizierten Klimaänderungen anpassen. Ein Ansatz, zukünftige Waldnutzung klimatisch  besonders bedrohten Flächen aufrecht zu erhalten, besteht in der Anpflanzung mediterraner Baumarten. Wir untersuchen die kurzfristige ökophysiologische Anpassung (Akklimatisierung) mediterraner Eichenarten an das derzeitige mitteleuropäische Klima inklusive Sommerdürre und Winterfrost. Um ökosystemare Korrelationen aufzudecken, analysieren wir in denselben Untersuchungsgebieten auch die Reaktion der die Laubbäume begleitenden Bodeninvertebraten. In einer separaten Studie untersuchen wir das Vorkommen und die Zusammensetzung blattassoziierter Mikroorganismen (filamentöse Pilze) auf Populationen der Balsampappel, mit dem Ziel mögliche Zusammenhänge zwischen blattassoziierten Pilzgemeinschaften und der klimatischen Adaptation der Bäume zu erkennen. Insgesamt tragen unsere Untersuchungen dazu bei, den Einfluss des Klimas auf Einzelorganismen und Lebensgemeinschaften im Ökosystem Wald besser zu verstehen.

Kooperationspartner in diesen Projekten sind Hessen-Forst, die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA, Göttingen), das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG, Wiesbaden), die ECT Ökotoxikologie GmbH (Flörsheim), die Städte Frankfurt und Rüsselsheim, sowie die University of Minnesota und die University of Alaska. Im Projekt wurden umfangreiche Anpflanzungen in der Nähe von Rüsselsheim (seit 2008), Lampertheim (seit 2009) und im Frankfurter Stadtwald (seit 2010) sowie eine Experimentalfläche an der Goethe-Universität realisiert.

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