Projektgruppen

7-2.5 | ENTWICKLUNG DER ARTENZUSAMMENSETZUNG AUSGEWÄHLTER VEGETATIONSTYPEN IN DEN LETZTEN 3 JAHRZEHNTEN UNTER BESONDERER BERÜCKSICHTIGUNG DER TEMPERATURZEIGERWERTE (2008-2011)

Ausgewählte Vegetationstypen, deren Artenzusammensetzung vor 25, teilweise sogar bereits vor 35 Jahren großräumig für zahlreiche Bestände detailliert dokumentiert wurde, werden im Rahmen des Projektes erneut aufgenommen. Hierfür vorgesehen sind:

o Der Flattergras-Buchenwald der Westfälischen Bucht,

o Hecken in der Westfälischen Bucht,

o die Dorfvegetation Westfalens.

Von Burrichter & Wittig (1977) wurde in den Jahren 1974 und 1975 die Artenzusammensetzung des Flattergras-Buchenwaldes der Westfälischen Bucht dokumentiert. Im Rahmen einer Wiederholungsaufnahme konnte die signifikante Zunahme von Säurezeigern und für Teilregionen des Untersuchungsgebietes auch die von Stickstoffzeigern festgestellt werden (Wittig et al. 1985). Diese Zunahme verstärkte sich in den folgenden Jahren, wie weitere (unpublizierte) Wiederholungsaufnahmen zeigten. Eine Auswertung im Hinblick auf eine eventuelle Zunahme von Wärmezeigern ist bisher noch nicht erfolgt. Dies sollte im Rahmen einer für das Jahr 2009 geplanten erneuten Bestandsaufnahme erfolgen.

Die Ergebnisse gewinnen an Wert, wenn man auch eventuelle Veränderungen im Bodenchemismus berücksichtigt. Im Rahmen der ersten Wiederholungsuntersuchung wurde eine detaillierte Bestandsaufnahme der bodenchemischen und bodenphysikalischen Gegebenheiten durchgeführt (Werner & Wittig 1986). Im Rahmen unseres Projektes ist eine entsprechende Wiederholungsuntersuchung auch der Böden vorgesehen.

Die Heckenvegetation der Westfälischen Bucht wurde zwischen 1973 und 1976 von Wittig (1976) dokumentiert. Da Hecken als freistehende lineare Elemente weit stärker klimatischen Einwirkungen ausgesetzt sind als Wälder, die ein gewisses Eigenklima erzeugen, ist zu erwarten, dass sie gute Klimaindikatoren sind.

Die Dorfvegetation Westfalens wurde in den Jahren 1983 bis 1985 von Wittig & Wittig (2006) untersucht. An Standorten, die häufigen Störungen ausgesetzt sind, können sich Artenveränderungen besonders schnell vollziehen. Dorfvegetation ist daher ebenfalls ein geeignetes Objekt für die Untersuchung der Vegetationsveränderungen in Folge des Klimawandels.

Publikationen

Eycott, A.E., Stewart, G.B., Buyung-Ali, L.M., Bowler, D.E., Watts, K. & A.S. Pullin (2012) : A meta-analysis on the impact of different matrix structures on species movement rates. - Landscape Ecology 27: 1263-1278.

Huwer, A. & R. Wittig (2012) : Low impact of climate change on species composition of a central European lowland beech forest community. - Phytocoenologia 42: 57-65.

Wittig, R. & A. Huwer (2012) : Changes in the species composition of hedgerows in the Westphalian Basin over a thirty-five-year period. - Tuexenia 32: 31-53.

Wittig, R. : Hecken: Ökosystemservices, Ökosystemfunktionen und Biodiversität. - Berichte der Reinhold-Tüxen-Gesellschaft (RTG) 2009, Band 21: 73-89.

Wittig, R. & U. Becker (2010) : The spontaneous flora around street trees in cities—A striking example for the worldwide homogenization of the flora of urban habitats. Flora 205: 704-709.

Wittig, R., Becker, U. & S. Nawrath (2010) : Grassland loss in the vicinity of a highly prospering metropolitan area from 1867/68 to 2000 —The example of the Taunus (Hesse, Germany) and its Vorland.- Landscape Urban Planning 95: 175-180.