AFRIVEC

African Venom and Envenoming Collaboration

African Venom and Envenoming Collaboration

Die Vergiftung durch Schlangenbiss ist wahrscheinlich die am meisten vernachlässigte und übersehene Krankheit des 21. Jahrhunderts. Während die Weltgesundheitsorganisation WHO jährlich mit bis zu 5 Millionen Bissen, 300,000 Amputationen und über 100,000 Toten rechnet, haben neue Studien gezeigt, dass es allein in Bangladesch pro Jahr zu 500,000-700,000 Bissen und 6000 Todesfällen kommt und in Indien jedes Jahr 46,000 Menschen durch Schlangenbisse sterben. Auch Afrika ist stark betroffen; so wurde z.B. aus Nigeria gemeldet, dass in manchen Gegenden der Savanne jedes Jahr 500 Bisse mit 50 Toten pro 100,000 Einwohner vorkommen.

Obwohl diese akute, komplikationsträchtige Erkrankung schnell und vollständig geheilt werden kann und die hierzu benötigten Gegengifte (Schlangengift-Immunglobuline) von der WHO als so genannte unverzichtbare Medikamente anerkannt sind, haben die meisten Patienten keinen Zugang zu dieser Behandlung. Unter der Schirmherrschaft der Société Africaine de Venimologie / African Society of Toxinology (SAV / AST) nimmt das AFRIVEC-Netzwerk (African Venom and Envenoming Collaboration) den dringlichen Appell aus Afrika auf, innovative Strategien zu entwickeln, um den Zugang zu effektiver medizinischer Behandlung von Vergiftungen nach Bissen und Stichen von Tieren wie Giftschlangen und Skorpionen zu verbessern.
 
Obwohl die schnelle Übersetzung von Forschungsergebnissen in die klinische Routine im Zentrum der Aktivitäten der Partner steht, führt das Netzwerk auch Grundlagenforschung im Bereich der Öko-Epidemiologie, Sozial- und Umweltmedizin durch. Hierdurch wird es möglich, das wahre Ausmaß des Problems der Vergiftungen in Afrika und Ursachen für das gegenwärtige Versagen der Gesundheitssysteme zu verstehen.

Die AFRIVEC-Partner kombinieren dafür in ihrem Forschungsnetzwerk Biodiversitäts- und Klimafolgenforschung mit klinischer Forschung, Gesundheitsökonomie, Nachhaltigkeitsforschung und Produktentwicklung. Zu ihren wichtigsten Zielen gehört es, neue Schnelltests für die Diagnose und innovative Strategien für den verbesserten Zugang zur spezifischen Behandlung von Schlangenbiss-Vergiftungen zu entwickeln und zu validieren sowie den Einfluss klimatischer, demographischer und Landnutzungsveränderungen auf diese vernachlässigte Armutserkrankung zu bestimmen.

AFRIVEC Partner:

Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F), Frankfurt am Main, Deutschland
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Frankfurt am Main, Deutschland
Université d’Abomey-Calavi, Cotonou, Benin
Aminu Kano Teaching Hospital, Kano, Nigeria
Bayero University Kano, Kano, Nigeria
Institut Pasteur de Guinée, Conakry, Guinea
Centre National de la Recherche Scientifique et Technologique, Ouagadougou, Burkina Faso
Institut Pasteur de Côte d’Ivoire, Abidjan, Côte d’Ivoire
Goethe-Universität, Frankfurt am Main, Deutschland
Centre Anti Poison de Dakar, Dakar, Senegal
Centre Antivenimeux, Kinshasa, Democratic Republic of the Congo
University of Sciences, Techniques and Technologies of Bamako, Bamako, Mali
Komfo Anokye Teaching Hospital, Kumasi, Ghana
West African College of Physicians, Ghana