Änderung des Lebensmittelsystems als Schritt zur Erhaltung der biologischen Vielfalt


Eine der am meisten diskutierten und potenziell gefährlichen Umweltkatastrophen ist der Rückgang der Artenvielfalt auf unserem Planeten. Im Allgemeinen ist das Entstehen und Aussterben von Lebensformen ein normaler Prozess, der jedoch in den letzten Jahrhunderten durch die wirtschaftliche Tätigkeit des Menschen erheblich beschleunigt wurde. Abholzung, Entwaldung und intensiver Bergbau mögen einen unmittelbaren Nutzen haben, führen aber langfristig zum Aussterben von Arten.

Wir spüren die Folgen unseres Handelns nicht nur in der Umwelt, sondern auch in der Wirtschaft. Nach Angaben von Experten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), in der die 36 am meisten entwickelten Länder zusammengeschlossen sind, kostet allein die Bodendegradation jährlich zwischen 6 und 11 Billionen Dollar. Ganz zu schweigen von den Einkommensverlusten: So erwirtschaften Korallenriffe weltweit jährlich rund 36 Milliarden US-Dollar an Einnahmen aus dem Tourismus, nur dass durch den Klimawandel inzwischen rund 30 % der Korallenriffe vom Ausbleichen und schließlich vom Absterben bedroht sind.

Abgesehen von den direkten finanziellen Auswirkungen kann der Verlust der biologischen Vielfalt auch Folgen für die Unternehmen haben: z. B. Klagen von Umwelt- und Regierungsaktivisten, Imageschäden und Kundenwechsel, Unzufriedenheit der Aktionäre. OECD-Analysten haben sich damit befasst, wie Unternehmen den Verlust der biologischen Vielfalt bekämpfen können und warum sie dies tun sollten. Die Ergebnisse wurden in dem Bericht „Biodiversity: Financial, Economic and Business Messages for Action“ zusammengefasst, der den G7-Umweltministern im Mai 2019 vorgelegt wurde.