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Flusseinzugsgebiet China
EiIn the catchment area of the river Yangtzekiang in Southern China defor-estation takes place in order to gain arable land and build tea plantations.. © M. Kuemmerlen [Download in 300 dpi]

Fliessgewaesser China 2

As a new study highlights, deforesta-tion in this area might result in a loss of species richness in adjacent streams.. © M. Kuemmerlen [Download in 300 dpi]

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Arktis: Warmzeit mit Pause. Rekonstruktion der arktischen Klimaverhältnisse in der Kreidezeit

Frankfurt, den 19.05.2015. Wissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt und des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums haben gemeinsam mit kanadischen Kollegen die klimatische Entwicklung des arktischen Ozeans während der Kreidezeit rekonstruiert. Das Forscherteam kommt zu dem Schluss, dass es während des für ein extremes Treibhausklima bekannten geologischen Zeitalters einen massiven Kälteeinbruch gab. Die kürzlich im Fachjournal „Geology“ veröffentlichte Studie soll auch dabei helfen, die Prognosen über die zukünftige Klima- und Umweltentwicklung zu verbessern und den Einfluss des Menschen auf den Klimawandel abzuschätzen.
 
Die Kreidezeit, die von rund 145 Millionen Jahren bis etwa 66 Millionen Jahre vor heute andauerte, war einer der wärmsten Abschnitte der Erdgeschichte: Die Pole waren eisfrei und in den Ozeanen herrschten Durchschnittstemperaturen von bis zu 35 Grad Celsius. „Ein typisches Treibhausklima; manche sprechen sogar von einem ‚Supertreibhaus‘“, erklärt Professor Dr. Jens Herrle (Goethe-Universität in Frankfurt und Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum) und fügt hinzu: „In der Arktis haben wir jetzt Hinweise gefunden, dass diese warme Epoche vor 112-118 Millionen Jahren für einen Zeitraum von etwa 6 Millionen Jahren unterbrochen wurde.“
 
Der Frankfurter Paläontologe hat gemeinsam mit einer kanadischen Kollegin, Professor Claudia Schröder-Adams von der Carleton Universität in Ottawa, den arktischen Glacier-Fiord und die Lost Hammer Diapir-Lokalität auf Axel Heiberg Island in 5 bis 10 Meter-Schritten beprobt. „Dabei haben wir auch sogenannte Glendonite gefunden“, erzählt Herrle. Als Glendonit werden sternförmige Calzit-Minerale bezeichnet, die die Gestalt des Minerals Ikait angenommen haben. „Diese so genannten Pseudomorphosen von Calzit nach Ikait entstehen, weil Ikait nur oberhalb etwa 8 Grad Celsius stabil ist und sich bei kälteren Temperaturen in Calzit umwandelt“, erläutert Herrle und ergänzt: „Unsere sedimentologischen Untersuchungen und Altersdatierung geben demnach einen konkreten Hinweis auf die Umweltbedingungen in der kreidezeitlichen Arktis und bestätigen die Vermutung, dass es zu dieser Zeit eine längere Unterbrechung der Warmzeit im arktischen Ozean gab.“
 
1700 Gesteinsproben hat Herrle bei zwei Forschungsreisen in den Jahren 2011 und 2014 aus der Arktis mit nach Frankfurt gebracht und dort mit seiner Arbeitsgruppe mit geochemischen und paläontologischen Methoden untersucht.
 
Aber können die kreidezeitlichen Gesteine aus der Polarregion auch dabei helfen, den derzeitigen Klimawandel besser zu verstehen? „Ja“, meint Herrle und erklärt: „Gerade die Polargebiete reagieren besonders sensibel auf globale Klimaschwankungen. Durch den Blick in die geologische Vergangenheit gewinnen wir grundlegende Kenntnisse zur Dynamik von Klimawandel und der ozeanischen Zirkulation unter extremen Treibhausbedingungen. Um den aktuellen menschgemachten Klimawandel besser abschätzen zu können, müssen wir beispielsweise verstehen, welche Prozesse in einem extremen Treibhausklima maßgeblich zum Klimawandel beitragen.“ Im Falle der kretazischen Kaltperiode nimmt Herrle an, dass durch die Öffnung des Atlantiks in Verbindung mit Veränderungen der ozeanischen Zirkulation und der marinen Produktivität mehr Kohlenstoff in die Sedimente eingetragen wurde. Dies hatte eine Abnahme des Kohlendioxid-Gehaltes in der Atmosphäre zur Folge, was wiederum zu einer globalen Abkühlung führte.
 
Die neu gewonnenen Daten des Frankfurter Wissenschaftlers aus der Kreidezeit sollen nun mit Ergebnissen dieser Epoche aus dem Atlantik korreliert werden, „um eine genauere stratigraphische Einteilung der Kreidezeit zu erreichen und die Wechselbeziehungen zwischen den Polarregionen und den Subtropen besser zu verstehen“, gibt Herrle einen Ausblick.

Kontakt
Prof. Dr. Jens O. Herrle
Senckenberg Biodiversität und Klimaforschung Zentrum
Goethe Universität Frankfurt
Tel. 069-798 40180
jens.herrle@em.uni-frankfurt.de
 
Judith Jördens
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069-7542 1434
pressestelle@senckenberg.de
 
Publikation
Mid-Cretaceous High Arctic stratigraphy, climate, and Oceanic Anoxic Events
Jens O. Herrle, Claudia J. Schröder-Adams, William Davis, Adam T. Pugh, Jennifer M. Galloway, and Jared Fath
Geology published 19 March 2015, 10.1130/G36439.1 Open Access
http://geology.gsapubs.org/cgi/content/abstract/G36439.1v1

Youtube-Trailer zur Expedition
https://www.youtube.com/watch?v=TkAyKVKd2NM&feature=youtu.be
 
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