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Flusseinzugsgebiet China
EiIn the catchment area of the river Yangtzekiang in Southern China defor-estation takes place in order to gain arable land and build tea plantations.. © M. Kuemmerlen [Download in 300 dpi]

Fliessgewaesser China 2

As a new study highlights, deforesta-tion in this area might result in a loss of species richness in adjacent streams.. © M. Kuemmerlen [Download in 300 dpi]

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Current Press Release

Asiatische Buschmücke auf dem Vormarsch

Modellierungen zeigen Gefahren-Hotspots in Deutschland
 
Frankfurt, den 2.4.2015. Wissenschaftler des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums und der Goethe-Universität haben in Zusammenarbeit mit weiteren deutschen Kollegen Verbreitungsmodelle der invasiven Asiatischen Buschmücke erstellt. Die Mückenart ist ein potentieller Überträger von Erregern von Infektionskrankheiten wie Denguefieber oder West Nil-Virus. In der kürzlich im Fachjournal „Parasitology Research“ erschienenen Studie identifizierten die Wissenschaftler neue Gefahren-Hotspots in Südhessen, dem Saarland und dem nördlichen Nordrhein-Westfalen und empfehlen eine gründliche Überwachung der eingewanderten Insektenart.

Wollhandkrabben, Halsbandsittiche, Nandus und Nilgänse: Exotische Arten sind längst Teil deutscher Ökosysteme und leben mitten unter uns. Allein in Deutschland sind über tausend nicht-heimische Tierarten registriert – die meisten eingeschleppten Arten überleben den Winter in unseren Breiten aber nicht. „Bei der Asiatischen Buschmücke Ochlerotatus japonicus japonicus ist das anders“, berichtet Prof. Dr. Sven Klimpel, Parasitologe am Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum und der Goethe-Universität in Frankfurt und ergänzt: „Diese Stechmücken haben sich in den letzten Jahren massiv in Deutschland und Europa ausgebreitet.“ Erstmals wurden die Zweiflügler 2008 im südlichen Baden-Württemberg nachgewiesen, nun gibt es größere Populationen auch in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Im Gegensatz zur Asiatischen Tigermücke ist die Asiatische Buschmücke an kältere Temperaturen angepasst und kommt mit den klimatischen Verhältnissen in Mitteleuropa sehr gut zurecht.
 
Während andere eingewanderte Arten keine Bedrohung, sondern manchmal sogar eine Bereicherung der Artenvielfalt darstellen, ist die Asiatische Buschmücke ein potentieller Überträger gefährlicher Infektionskrankheiten oder deren Erregern, wie Dengue-Fieber, Japanische Enzephalitis oder West Nil-Virus. „Bisher ist das Übertragungspotential in Europa nur im Labor nachgewiesen, aber noch nicht im Freiland. Das West Nil-Virus konnte jedoch bereits aus wild gefangenen Mücken in den USA isoliert werden“, erklärt Klimpel.
 
In ihrer Studie haben die Parasitologen und Infektionsbiologen nun potentielle Ausbreitungsgebiete der Stechmücke modelliert. Hierzu wurden unterschiedliche Faktoren wie die monatliche Durchschnittstemperatur oder die niederschlagsärmsten Monate mit mathematischen Variablen und den tatsächlichen Funddaten kombiniert. „Diese Methodik ermöglicht es, anhand auch unvollständige Beobachtungen und Probennahmen die Verbreitung einer Art vorherzusagen“, erläutert Klimpel und ergänzt: „Dies ist nötig, weil es noch keine systematisch angelegte Beprobung zur Erfassung des exakten Verbreitungsgebiets gibt – auch aus Kostengründen.“
Um zukünftige Überwachungs- und Präventionsprogramme besser koordinieren zu können, ist es aber essentiell, potentiell günstige Regionen für die Stechmückenart zu lokalisieren.
 
„Unsere Modellierungen zeigen eindeutig, dass neben den bereits bekannten Gebieten in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen sowie Niedersachsen auch Südhessen, das Saarland sowie nördliche Teile von Nordrhein-Westfalen klimatisch günstige Gebiete für die Asiatische Buschmücke sind“, fasst Klimpel die Studie zusammen. Aufgrund der Ergebnisse kann die Überwachung der Asiatischen Buschmücke fokussierter und systematischer erfolgen und eine Beprobung effektiv, schnell und kostengünstig durchgeführt werden.
 
Kontakt
Prof. Dr. Sven Klimpel
Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum Goethe-Universität
Tel. 069- 7542 1895
sven.klimpel@senckenberg.de
 
Judith Jördens
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1434
pressestelle@senckenberg.de
 
Publikation
Christian Melaun, Antje Werblow, Sarah Cunze, Sina Zotzmann, Lisa K. Koch, Heinz Mehlhorn, Dorian D. Dörge, Katrin Huber, Oliver Tackenberg & Sven Klimpel (2015): Modeling of the putative distribution of the arbovirus vector Ochlerotatus japonicus japonicus (Diptera: Culicidae) in Germany. Parasitology Research
10.1007/s00436-014-4274-1
 
Die Pressemitteilung und Bildmaterial finden Sie auch unter www.senckenberg.de/presse