2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009

09 August 2019

Bedrängte Giraffen...

04 Juli 2019

Wo es sich wirklich lohnt, Regenwald zu renaturieren...

01 Juli 2019

Senckenberg-Ausgründung Phytoprove gewinnt 2. Preis bei Gründerwettbewerb ...

16 April 2019

Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung sieht die Rückkehr der Wölfe positiv ...

28 März 2019

Doppelte Bürde: Landnutzung und Klimawandel verändern Bergökosysteme gemeinsam...

27 März 2019

Europas Agrarlandschaften gehen die insektenfressenden Vögel aus...

26 März 2019

Schneller Klimawandel macht Muscheln seit 66 Millionen Jahren das Leben schwer...

06 März 2019

Neue exotische Mückenart siedelt sich in Hessen an...

05 März 2019

Weltweiter Handel bringt biologische Vielfalt in Bedrängnis...

Pressemitteilungen

Schutz für die Heimat der Drachenblutbäume: BiK-F, Senckenberg, GIZ und jemenitische Umweltagentur vereinbaren Zusammenarbeit im UNESCO-Weltnaturerbe Sokotra

Frankfurt am Main, 21. September 2012. Das Frankfurter Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F), die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN), die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag der Bundesregierung und die jemenitische Umweltagentur wollen künftig enger kooperieren, um die nachhaltige Entwicklung der Insel Sokotra voran zu treiben. Damit soll der Spagat gelingen, in diesem „Paradies der Evolution“ die einzigartige biologische Vielfalt zu schützen und gleichzeitig die Lebensbedingungen der einheimischen Bevölkerung wesentlich zu verbessern. Sokotra ist seit 2008 UNESCO-Weltnaturerbe und gehört zu Jemen, einem der ärmsten Länder der Welt.

Heimat der Drachenblutbäume
Etwa 350 Kilometer südlich der Arabischen Halbinsel im Indischen Ozean liegt Sokotra. Gemessen an ihrer Größe beherbergt die jemenitische Insel eine ungewöhnlich hohe Artenvielfalt in der sich Einflüsse aus Afrika und Asien vermischen. Da der Archipel lange isoliert war, hat die Evolution viele Arten hervorgebracht, die nur hier  existieren. Charakteristische Pflanzen sind an das Klima angepasste, bauchige Wüstenpflanzen mit teilweise bizarren Formen – beispielsweise der Drachenblutbaum (Draceana cinnabari) oder der Gurkenbaum (Dendrosicyos socotranus), der als einziger Baum unter den Kürbisgewächsen, weltweit nur auf Sokotra vorkommt. Aber auch die Meereswelt vor den Küsten ist so vielfältig wie das Leben auf einem kleinen Kontinent.

Forschung und Entwicklung gehen Hand in Hand
„Durch Landnutzungsänderung und Verschmutzung ist diese einzigartige Welt bedroht. Neben der Erforschung und Bestandsaufnahme des Archipels ist uns daher der nachhaltige Schutz der biologischen Vielfalt ein besonders Anliegen“, so Uwe Zajonz, Wissenschaftler am Biodiversität und Klima Forschungszentrum und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, die marine Ökosysteme vor der Küste der Insel untersuchen. Um dieses Doppel-Ziel zu erreichen, arbeiten die WissenschaftlerInnen vor Ort mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH zusammen. Die GIZ unterstützt im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Regierung Jemens im Bereich nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen. Diese tragen zunehmend zur lokalen wirtschaftlichen Entwicklung bei und helfen die Biodiversität zu erhalten. Hierbei wird auf mehreren Ebenen gleichzeitig angesetzt: institutionell beratend auf nationaler Politikebene sowie fachlich-methodisch auf lokaler Ebene, beispielsweise in  den Naturschutzgebieten.

Ökotourismus als Entwicklungsperspektive
Damit Naturschutz und ökonomische Entwicklung einhergehen können müssen die Ressourcen möglichst nachhaltig genutzt werden und aus der Einzigartigkeit der biologischen Vielfalt im Idealfall sogar Gewinn erwirtschaftet werden. Die Lösung heißt auf Sokotra „Ökotourismus“. Gemeinsam mit der jemenitischen Umweltagentur entwickelt die GIZ den Aufbau entsprechender Kapazitäten. Das Programm hat Modellcharakter für das Land: was hier funktioniert, soll später auch in anderen Schutzgebieten Jemens, das sich Naturschutz und die nachhaltige Nutzung seiner Ressourcen auf die Fahnen geschrieben hat, umgesetzt werden. Um die langfristigen Perspektiven des Projekts auszuloten erstellt das BiK-F wiederum  Studien zur Anpassung an den Klimawandel und zur Bewertung der  Resilienz, d.h. Toleranz gegenüber Störungen, der auf der Insel vorhandenen Ökosysteme.

Sokotra-Tagung vom 21. bis 23. September 2012
Zur engeren, wissenschaftlichen Kooperation aller Institutionen findet vom 21. bis 23. September die 11. Jahrestagung der „Friends of Soqotra“ im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt statt, zu der rund 70 internationale Teilnehmer erwartet werden. Veranstalter ist das BiK-F. Das Thema "Naturforschung und Naturschutz an der Schnittstelle zur Entwicklungszusammenarbeit am Beispiel des Sokotra-Archipels, Jemen" wird im Rahmen eines Workshops vertieft, der im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) von der GIZ mit ausgerichtet wird. Mehr Informationen: http://www.bik-f.de/SoqotraSymposium2012

Pressebilder:

Landschaft Jemen

 

Drachenblutbaum (Dracaena cinnabari) – das Symbol der Insel Sokotra © Katja Setzkorn / GIZ [Download in 300 dpi]

Pflanze Sokotra

Socotrella dolichocnema  - nur ein Beispiel der vielen Arten, die in dem UNESCO-Weltnaturerbe endemisch sind.
© Lisa Banfield [Download in 300 dpi]

Dornenkronenseestern

Der Dornenkronenseestern (Acanthaster plancii) ist im Meer vor Sokotra selten - ein Indikator für den noch guten Zustand der Korallengemeinschaften vor Ort © Friedhelm Krupp  [Download in 300 dpi]

Menschen Sokotra

Fischer mit Söhnen beim Verkauf seines Tagesfangs auf dem Fischmarkt von Hadiboh, Sokotra. Küstenfischerei stellt eine Hauptnahrungsgrundlage und gleichzeitig eine wichtige Einnahmequellen dar. © Uwe Zajonz  [Download in 300 dpi]

Hinweis zu den Nutzungsbedingungen: Die Pressebilder können kostenfrei für redaktionelle Zwecke verwendet werden unter der Voraussetzung, dass das genannte Copyright  mitveröffentlicht wird. Eine kommerzielle Nutzung der Bilder ist nicht gestattet.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:

Uwe Zajonz
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F),
Tel. 069 7542 1885
uwe.zajonz@senckenberg.de

oder

Sabine Wendler
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F),
Pressereferentin
Tel. 069 7542 1838
sabine.wendler@senckenberg.de

PDF downloaden, 337 KB