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PROJEKTBEREICH B: BIODIVERSITÄTSDYNAMIK UND KLIMAProjektbereichsleiter: Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese, PD Dr. Peter Haase, SFN; Prof. Dr. Oliver Tackenberg, GU; PD Dr. Ingrid Kröncke, SFN Im Rahmen dieses Projektbereiches werden Auswirkungen des Klimawandels auf Arealverschiebungen von Arten, die Dynamik von Biozönosen und die Gesundheit von Mensch, Tier und Pflanze untersucht, deren Modellierung und Prognose im Rahmen der Klimafolgenforschung eine besondere Bedeutung zukommt (Thomas et al. 2004, Thuiller 2007). Bisher sind die klimatischen und ökologischen Ansprüche nur weniger Arten umfassend analysiert und die Frage, ob die Arten sich überhaupt schnell genug ausbreiten können, um prognostizierten Arealverschiebungen folgen zu können, ist weitgehend unbeantwortet geblieben (Higgins et al. 2003a). Der hier vorgestellte interdisziplinäre Ansatz verfolgt daher das primäre Ziel, klimabedingte Arealveränderungen unter Berücksichtigung der Migrationsfähigkeit der Arten zu prognostizieren. In besonderem Maße wird dabei auch die durch Globalisierung und Klimawandel an Bedeutung gewinnende Neobiota berücksichtigt (Suarez & Tsutsui 2008). Ein neuer Schwerpunkt ist hier die Analyse der Auswirkungen des Klimawandels auf Krankheiten verursachende, übertragende oder Krankheitserreger beherbergende Organismen (Garner et al. 2006, Rezza et al. 2007). Über die Artebene hinaus können die Reaktionen von Artengemeinschaften (Biozönosen) auf Klimaveränderungen tiefgreifende ökosystemare Auswirkungen nach sich ziehen: So wird beispielsweise ein Großteil der Ecosystem Services nicht von einzelnen Arten, sondern von Artengemeinschaften erbracht. Deshalb werden auch klimabedingte Veränderungen von Biozönosen analysiert. Die Untersuchungen erfolgen mittels retrospektiver Analysen der Reaktionen von Organismen auf bereits erfolgte Klimaveränderungen (Pfenninger et al. 2007a), makroökologischer Ansätze unter Verwendung funktioneller Merkmale (Kerr et al. 2007), ökologischer Nischenmodelle und der Modellierung der Ausbreitungs- und Migrationsfähigkeit von Arten (Higgins et al. 2003a,b, Will & Tackenberg 2008). Die im Projektbereich B gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für die Vorhersage von Veränderungen der Verbreitungsgebiete von Arten und Biozönosen sowie des Wandels von Ecosystem Services. In enger Kooperation mit dem Projektbereich F werden Handlungsempfehlungen zur Umsetzung nationaler und internationaler Richtlinien erarbeitet. Auch für die Konzeption großflächiger Schutzgebiete und ihrer Managementpläne sollen Empfehlungen entwickelt werden, die klimabedingte Arealverschiebungen berücksichtigen, da ansonsten ein nachhaltiger Schutz der Biodiversität kaum möglich erscheint. |


