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Die Arbeitsgruppe Thines im November 2011 vor der Goethe-Unversität Frankfurt

AG Thines

Prof. Dr. Marco Thines

Dr. Youngjoon Choi

Dr. Suchita Patel

Bagdevi Mishra

Bora Nam

Lisa Nigrelli  

Rahul Sharma

Ali Tahir

Xiaojuan Xia

 

Ehemalige Mitarbeiter

Oomyceten in der BiK-F-Arbeitsgruppe Thines lab

Hyaloperonospora thlaspeos-perfoliati on Microthlaspi perfoliatum

Falscher Mehltau auf Kreuzblütler (Hyaloperonospora thlaspeos-perfoliati auf Microthlaspi perfoliatum)

Oomyceten sind nur wenigen bekannt und doch gibt es sie auf der ganzen Welt. Sie haben verschiedene Spezies unter verschiedensten Klimabedingungen hervorgebracht und finden sich in Wüsten und Regenwäldern, in arktischen und gemäßigten Regionen, sowohl terrestrischen, limnischen und marinen Lebensräumen. Sie haben unterschiedlichste Lebensstrategien entwickelt – einige sind spezialisierte Saprophyten, andere sind Parasiten von Tieren, Pilzen, Pflanzen, Algen oder Diatomeen. Einige der Pflanzenpathogene haben einen so hohen Grad an Anpassung an ihre Wirte erreicht, dass eine Infektion nicht mehr mit bloßem Auge festgestellt werden kann. Diese leben in engster Wechselbeziehung mit ihren Wirten.

Pflanzenpathogene Oomyceten sind oft an bestimmte Witterungsbedingungen gebunden und verursachen jährlich direkte und indirekte Verluste in Milliardenhöhe. Zu den Wirten dieser Arten gehören Kartoffeln, Mais, Sorghum, Hirse, Salat, Kakao, Zuckerrohr, Senf, Paprika und Zwiebeln. Nur ein Bruchteil ihrer tatsächlichen Biodiversität ist bislang entdeckt worden – trotz ihrer wirtschaftlichen Bedeutung – und neue Arten, Gattungen und sogar Familien warten auf ihre Entdeckung. Insbesondere die biotrophen Oomyceten haben eine große Vielfalt hervorgebracht, und bislang unbekannte Arten, die durch den globalen Handel verschleppt werden, stellen ein ernst zu nehmendes Risiko für die Landwirtschaft und den Zierpflanzenbau dar.

Die Forschung in unserer Arbeitsgruppe umfasst ein weites Spektrum an Disziplinen und Spezialisierungen und beinhaltet Zellbiologie, Ökologie, Evolutionsbiologie, Genomik und Phytopathologie der Oomyceten. Darüber hinaus beinhaltet sie die Entwicklung und Anwendung von Methoden, um die genetische Information aus biologischen Archiven (insbesondere Herbarien) nutzbar zu machen.

Es ist unser Ziel, einen tieferen Einblick in die evolutionären Prozesse zu erhalten, welche die Diversität und biotische Interaktion der Oomyceten geformt haben und auf dieser Basis zu untersuchen, welchen Einfluss das Klima dabei hat. Viele Oomyceten zeigen Anpassungen an bestimmte Klimate und Temperaturbedingungen, und bei Pflanzenpathogenen ist die Symptomausprägung oft abhängig von Witterungsbedingungen, was für Voraussagemodelle genutzt wird. Unsere Forschung bietet daher die Basis, um die Reaktion dieser wenig bekannten, doch bedeutsamen Gruppe von Organismen im Zuge des Klimawandels verstehen zu können.

Im Rahmen unserer Forschung sind wir mit international herausragenden Forschergruppen vernetzt und kooperieren mit Wissenschaftlern aus der ganzen Welt, insbesondere aus Nordamerika, Australien, Ostasien und Europa.